(Berlin, am 1. Juni 2010) Auf der 18. Europäischen Konferenz für Thoraxchirurgie (European Conference on General Thoracic Surgery) in Spanien übernimmt Dr. Gunda Leschber, Chefärztin der Klinik für Thoraxchirurgie, heute die Präsidentschaft der European Society of Thoracic Surgeons (ESTS) - mit über 1.000 Mitgliedern die größte Thoraxchirurgische Vereinigung Europas und Amerikas.
Zu ihrem Spezialgebiet gehören die gesamte minimal-invasive Chirurgie (VATS-Lobektomie/-Dekortikation) sowie die Metastasenchirurgie und die Video-Mediastinoskopie. Im Mai 2010 wurde ihrwissenschaftliches Engagement mit der Aufnahme in die American Association for Thoracic Surgery (AATS) gewürdigt. Die 1917 gegründete Organisation nimmt auf Vorschlag weltweit anerkannte Herz- undThoraxchirurgen auf und hat derzeit ca. 1.200 Mitglieder aus 35 Ländern.
„Im Zuge der Globalisierung wird die internationale Vernetzung der Thoraxchirurgie immer bedeutsamer. Der Austausch von Wissen mit europäischen, amerikanischen und asiatischen Kollegen kommt denPatienten bei uns zugute. Zwar ist die Versorgung in spezialisierten Kliniken in Deutschland erstklassig, doch auch von anderen Ländern kann eine Menge gelernt werden“, sagt Dr. Gunda Leschber.
Mit viel Leidenschaft wirbt sie für das Fachgebiet Chirurgie insgesamt, um in Zukunft die Versorgung der Bevölkerung zu sichern. Nachwuchsmangel droht auch in diesem zentralen Gebiet der Medizin.„Heute sind bereits 60 bis 70 Prozent der Medizinstudenten Frauen. Das ist unsere Chance, den Anteil weiblicher Chirurginnen in den nächsten Jahren zu steigern. Neben einem gut organisiertemArbeitsumfeld und befriedigendem Arbeitsklima ist vor allem die Vorbildwirkung und das Engagement des Einzelnen wichtig, Begeisterung für das Fachgebiet Chirurgie zu wecken. Für junge Frauen sindweibliche Vorbilder wichtig. Noch sind nur 1,3 Prozent der Chefarztstellen in der Chirurgie in Deutschland mit Frauen besetzt\\\", sagt Dr. Gunda Leschber. Sie selbst war die erste Chefärztin einerThoraxchirurgischen Klinik in Deutschland. Im Juni 2003 wurde die Fachärztin für Chirurgie und Thoraxchirurgie von der Evangelischen Lungenklinik Berlin berufen.
Die Klinik für Thoraxchirurgie ist wesentlicher Teil des 2009 von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifizierten „Lungenkrebszentrums“ in der Evangelischen Lungenklinik Berlin und eine der ersten dreiKliniken in Deutschland, die im Oktober 2008 von der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie (DGT) als „Thoraxchirurgisches Zentrum“ zertifiziert wurde. Schwerpunkte bilden die operative Behandlungdes Lungenkarzinoms und von Metastasen sowie die minimal-invasive Thoraxchirurgie (VATS). Die Thoraxchirurgie umfasst zudem auch die Chirurgie von entzündlichen oder gutartigen Erkrankungen (z. B.Empyem oder Pneumothorax), diagnostische Eingriffe bei unklaren Veränderungen und Lungengerüsterkrankungen sowie Operationen an der Brustwand, dem Mittelfellraum, der Luftröhre.
Stichwort Evangelische Lungenklinik Berlin: Die Entwicklung zur Spezialklinik für akute und chronische Erkrankungen der Lunge sowie des Brustkorbes und seiner Organe begann im Jahr 1952. Heute werdenmehr als 12.000 Patienten jährlich ambulant und stationär behandelt. Die ELK ist ein Unternehmen der Paul Gerhardt Diakonie e.V., Berlin und Wittenberg (bis zum 30.06.2009 Verein zur Errichtungevangelischer Krankenhäuser e.V.), die sechs Krankenhäuser, mehrere Pflegeeinrichtungen, Ambulante Rehabilitationszentren sowie Medizinische Versorgungszentren in Berlin und Sachsen-Anhalt betreibt.
BU: Dr. Gunda Leschber, Präsidentin der European Society of Thoracic Surgeons (ESTS)
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