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 Hospizarbeit stärken – konfessionelle Flagge zeigen

Diakonie-Hospiz Wannsee feiert 10-jähriges Jubiläum

Hospizarbeit stärken – Sterben ist Leben - konfessionelle Flagge zeigen, dies sind drei Kernaussagen der Jubiläumsfeier des Diakonie-Hospiz Wannsee am 30. September 2006. In drei Impulsreferaten und einer Podiumsdiskussion wurden vor rund 130 Gästen die vielfältigen Aspekte der Hospizarbeit dargelegt und diskutiert. Besonderen Dank galt den 29 anwesenden ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern. Ohne sie wäre die Hospizarbeit nicht vorstellbar. Als symbolischen Dank wurde Ihnen am Ende der Veranstaltungen jeweils eine Rose überreicht. Am 1. Oktober wurde am gleichen Ort – der Kirche am Immanuel-Krankenhaus in Berlin-Wannsee – ein jubiläumsbezogener Gottesdienst gefeiert.

Vor rund 130 Gästen eröffnete Elimar Brandt, Geschäftsführender Direktor der Immanuel Diakonie Group die Veranstaltung. Sterben sei ein Teil des Lebens, die Hospizarbeit ein Teil des diakonischen Auftrages. Hospizarbeit solle Sterben in Würde, mit besonderer Begleitung, Fürsorge und Zeit ermög-lichen. Niemand sollte auf einem Krankenhausflur oder in der Abstellkammer sterben müssen!

Besonderen Dank gebühre den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Hospizes. Sie begleiten Men-schen in der Übergangssituation von unserm Leben in die andere Wirklichkeit Gottes. Es seien oft die sensibelsten Menschen, da sie in den Grenzsituationen zwischen Leben und Tod für ihre Mitmenschen unabhängig von Konfessionen da sind, betonte Brandt.

Die Referenten Herr Geuß (Landesarbeitsgemeinschaft Berlin-Hospiz), Herr Bauer (Leiter des Bereichs Pflege der AOK Berlin) und Herr Groß (Deutscher Evangelischer Krankenhausverband) blickten u. a. auf die Geschichte zurück. Im Jahr 1996 gab es im Land Berlin fünf ambulante Hospizdienste. Dank des Hospizbewegung und dem großen Engagement der Ehrenamtlichen sind es heute in Berlin 18 ambu-lante Dienste sowie fünf Einrichtungen bei Krankenhäusern.

Das erste stationäre Hospiz wurde 1998 in Berlin gegründet. Das Hospiz am Wannsee konnte im Jahr 2003 eingeweiht werden. Heute sind es in Berlin insgesamt neun Einrichtungen mit 129 Betten. Damit nehme Berlin im Bundesdurchschnitt sowohl in der Versorgung wie in der Höhe der Entgelte eine Spitzenposition – wobei auch die 60 Betten der Palliativmedizin noch zu beachten seien.

Durch das Diakonie-Hospiz Wannsee kann die ambulante Versorgung, die ein Sterben in der ge-wohnten häuslichen Umgebung ermöglicht, sinnvoll in diesem Teil Berlins ergänzt werden, so Dieter Geuß. Der Bericht der Enquete-Kommission der Bundesregierung zur Verbesserung der Versorgung Schwerkranker und Sterbender zeige, dass trotz aller Erfolge noch viel Arbeit zu leisten sei, bspw. in den Feldern Patientenrechte, Fortbildungen, Entwicklung der ambulant-stationären Versorgung, hob Dieter Geuß hervor.

Für die Hospizarbeit seien die qualifizierten Ehrenamtlichen unerlässlich, denen großer Dank auch seitens der AOK gebühre. Für eine erfolgreiche Arbeit müssen daneben auch die finanziellen Rahmen-bedingungen für die Abrechnung stimmen, wofür die AOK sich einsetze, so Bauer.

Insgesamt sind von 130 Hospizen in Deutschland 100 in der Hand christlicher Träger. Dies zeige, so Groß, dass sich Christen dem Thema „Tod“ mit Ernst und ohne Tabus annehmen und die Debatte über das Bild des Menschen in der heutigen Zeit mitprägen. Es sei eben ein Irrtum zu glauben, der Mensch sei der Autor seiner selbst und dies bis in den Tod und darüber hinaus. Zeigen wir konfessionelle Flagge - so Groß weiter.

Die anschließende Podiumsdiskussion fand unter der Moderation von Herrn Gülzow von Radio Pa-radiso statt. Mit dabei waren Burkhard Batze vom Diakonischen Werk, Dr. Angelika Voigt, Leiterin des Diakonie-Hospiz Wannsee, Johann Fischer als Vertreter der Ehrenamtlichen sowie Michael Friedmann (Home Care-Arzt). Die Diskussion dreht sich u. a. um die Bedeutung des „Sinnes“ und der letzten Tage. Was ist der Sinn hilfloser im Hier zu werden, wo besteht der Sinn im Leiden? Wie fühlen sich Schwer- und Todkranke in einer Gesellschaft, deren Sinn in erster Linie aus Leistungsfähigkeit besteht? Welche gesellschaftliche Diskussion ist notwendig, um einen anderen Umgang und Würde, Raum und Zeit zu finden?

Dr. Angelika Voigt formulierte konkrete Anforderungen:

  1. Wir brauchen eine Öffentlichkeitsarbeit, die Sterben als Teil des Lebens sowie Spiegelbild der Gesellschaft sieht und das Tabuthema Sterben in die Mitte der Gesellschaft trägt.
  2. Professionelle wie Ehrenamtliche brauchen mehr Fortbildungen/Ausbildungen bspw. in Ge-sprächsführung.
  3. Unser Ziel muss es sein, dass Hospize überflüssig werden. Alle Einrichtungen zu denen auch der Umgang mit dem Tod gehört, brauchen eine Ausstattung, die im Sinne der Hospizarbeit eine Begleitung sterbender Menschen ermöglicht.

Im Anschluss fand die Würdigung der Ehrenamtlichen statt. In den letzten 10 Jahren wurden im Diako-nie-Hospiz Wannsee 130 Menschen für den Hospizdienst ausgebildet.

Um den Rahmen für den Betrieb des Hospizes zu schaffen, haben sich zwei freikirchliche und eine landeskirchliche Einrichtung in einer GmbH zusammengeschlossen. An der Gesellschaft „Diakonie-Hospiz Wannsee GmbH“ sind die Immanuel Diakonie GmbH, die Diakoniegemeinschaft Bethel e. V. und der Ev. Diakonieverein Berlin-Zehlendorf e. V. beteiligt.



Dies ist eine Pressemitteilung des Mitglieds Immanuel Krankenhaus Berlin (Standort Berlin-Wannsee) vom 05.10.2006
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