Verband Evangelischer Krankenhäuser und
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 Diakonie-Hospiz in Berlin-Wannsee begeht fünfjähriges Bestehen

Bisher 750 Menschen in ihrer letzten Lebensphase begleitet

Das Diakonie-Hospiz Wannsee feierte am 18. Januar sein fünfjähriges Bestehen in der Kirche am Immanuel-Krankenhaus in Berlin. Rund 120 Besucher kamen zu der Fachtagung. Die zentralen Themen waren die Auswir-kungen der Gesundheitsreform auf die Hospizdienste sowie die Begleitung von Angehörigen und Gästen in der Hospizarbeit. Seit der Gründung des Diakonie-Hospiz Wannsee wurden rund 750 unheilbar kranke Menschen - auch Gäste genannt - in ihrer letzten Lebensphase begleitet. Die Anfragen an das Hospiz überstiegen jährlich das Doppelte bis Dreifache der Kapazität. In Berlin gibt es heute insgesamt neun, bundesweit über 150 stationäre Hospize.

Das stationäre Diakonie-Hospiz Wannsee bietet 14 Plätze für ein Sterben in Würde, vorrangig für Krebserkrankte, an. Die Gäste sind zwischen 30 und 90 Jahren alt. Insgesamt 25 Mitarbeiter und 15 Ehrenamtliche kümmern sich rund um die Uhr mit professioneller Pflege und besonderer Zuwendung um ihre Gäste. Zu den Aktivitäten gehören - soweit noch möglich – bspw. gemeinsames Kochen und Singen. Angebote wie Rhythmische Massage, aber auch Ausflüge in den historischen Park zu den Ufern des Kleinen Wannsees werden dankend angenommen.  Eine besondere Betonung liegt in der Schmerztherapie, innerhalb der palliativen Versorgung. Die Palliative Medizin hat eine Linderung des Leidens zum Ziel, dort wo eine Heilung nicht mehr möglich ist.

 

„Der Umgang mit Sterbenden und dem Tod sagt viel über den Zustand einer Gesellschaft aus. Die Hospizbewegung  mit ihrem engagierten Einsatz für ambulante und stationäre Betreuung hat unserer Gesellschaft ein wärmeres Antlitz gegeben. Hospize sind etwas Besonderes in unserer Gesellschaft. Sorgsamkeit im Umgang mit dem Leben ist ein zentraler Bestandteil ihrer Arbeit“, so Elimar Brandt, Geschäftsführender Direktor der Immanuel Diakonie Group, welche das Hospiz mit betreibt. Ein Hospizplatz finanziere sich durch Leistungen der Krankenkasse und Pflegekasse, sowie einem Eigenanteil. Der Träger selber müsse 10% aufbringen und sei es durch Spenden. Durch die  Gesundheitsreform gäbe es Verbesserungen. Seit April 2007 würde die Arbeit ambulanter Hospizdienste endlich auch in Pflegeeinrichtungen gefördert, die palliative Medizin werde in 2008 gestärkt, führte Brandt weiter aus.

 

Palliative Care

Palliative Care stellt den umfassenden Handlungsansatz der Hospizarbeit in körperlicher, sozialer, psychischer und spiritueller Dimension da. Entsprechend dem ganzheitlichen Ansatz sind verschiedene Berufsgruppen beteiligt – insbesondere  Pflegekräfte, Ärzte, Sozialarbeiter und Seelsorger.

 

Pastor Alexander Brodt-Zabka – „Hospizbeauftragter“ des Diakonischen Werkes der EKD ging der Frage nach „Palliative Care - und wie stirbt es sich im Pflegeheim?“ Über 800 000 Menschen sterben jährlich in Deutschland. Ein Fünftel der Menschen stirbt zu Hause, rund zwei Prozent in stationären Hospizen oder auf einer Palliativstation. Dreiviertel von ihnen jedoch beenden ihr Leben in Krankenhäusern (ca. 50%) und Altenheimen (ca. 25%). Durch den demografischen Wandel wird dieser Trend noch zunehmen. Durch die stationäre und ambulante Hospizarbeit haben sich mittlerweile in Deutschland Standards für eine flächendeckende Versorgung mit Palliative Care entwickelt.

 

Zukünftig wird es wichtig sein, diese Standards in die Häuslichkeit und Institutionen, vor allem Altenpflegeheime, zu übertragen. Dabei helfen die neuen rechtlichen Änderungen und Ergänzungen  des Sozialgesetzbuches. Neu wurden der § 37 b und 132 d des SGB V zur spezialisierten ambulanten Palliativversorgung  eingefügt.  Die Ergänzung der  Paragraphen §39 a, §92 des SGB V stärken u. a. die ambulante wie stationäre Kinderhospizarbeit. Abschließend führte Pfarrer Brodt-Zabka aus, dass es zukünftig darum gehe, professionelle Versorgungsstrukturen flächendeckend aufzubauen, dabei das Prinzip „ambulant vor stationär“ zu beachten. Es gilt auch zu bedenken, dass die Konkurrenz der Anbieter insbesondere bei stationären Leistungen steigen werde.

 

Lebensqualität statt Lebensquantität

Einen besonderen Stellenwert hatte auf der Fachtagung die Schmerztherapie.  Der langjährige Home Care-Arzt des Hospizes, Michael Friedmann, stellte  die „Schmerztherapie in der palliativen Versorgung“ vor. Schmerz tritt nicht wie eine Krankheit mit einer bestimmten Abfolge von Symptomen auf, die wie bspw. ein Armbruch nach einen „Schema F“ behandelt werden können. Wahrnehmung und Umgang mit Schmerz sind sehr individuell ausgeprägt. Für die Ärzte bedeute dies eine besondere Herausforderung. Neben pharmakologischem und psychologischem Wissen ist die  Fähigkeit der Einfühlung, der Empathie, besonders gefragt. In Deutschland  ist der Umgang mit Opiaten und Opioiden („dem Opium ähnlich“) sehr restriktiv. Es gebe eine weitverbreitete Unsicherheit über die richtige Dosierung und eine Angst, Abhängigkeiten zu erzeugen. Ausgebildete Schmerztherapeuten schließen über ihr pharmakologisches Wissen die Abhängigkeitsgefahr aus.  

 

… um Trost war mir sehr bange

Angelika Behm und Doreen Kossack vom Diakonie-Hospiz Wannsee stellten in einem Dialog die konkrete Arbeit und die Organisation des Hospizes vor: “… um Trost war mir sehr bange ... Möglichkeiten der Begleitung für Gäste und Angehörige im Hospiz“. „Stationäre Hospize sind Orte, an denen Sterbende und ihre Angehörigen Trost und professionelle Begleitung, Pflege und Schmerzlinderung sowie Würde erfahren“, so Angelika Behm, Leiterin des Diakonie-Hospizes Wannsee.

 

Ein interdisziplinäres Team und ehrenamtliche ausgebildete Begleiterinnen und Begleiter sind für die Gäste und ihre  Angehörigen da. Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten der psychosozialen und  seelsorgerischen Begleitung.  Wichtige Elemente der Arbeit sind die warme menschliche Atmosphäre im Hospiz und die bewusste Durchführung von Ritualen. Wenn ein Gast gestorben ist, wird bspw. eine Kerze vor dem Zimmer des Verstorbenen sowie im Eingangsbereich des Hospizes aufgestellt. Einmal jährlich wird für alle Angehörigen der  im ambulanten und stationären Bereich Verstorbenen ein Erinnerungsgottesdienst angeboten. Dieser findet bewusst - angesichts der Auferstehung von Jesus Christus - in der hoffnungsspendenden Osterzeit statt.

 

Strukturen

Die Besonderheiten des Diakonie-Hospiz Wannsee drücken sich auch in der berlinweit einmaligen Art der Hospizträgerschaft aus. Um den Betrieb zu ermöglichen, haben sich zwei freikirchliche und eine landeskirchliche Einrichtung in einer GmbH zusammengeschlossen. An der Gesellschaft „Diakonie-Hospiz Wannsee GmbH“ sind die Immanuel Diakonie GmbH, die Diakoniegemeinschaft Bethel e. V. und der Ev. Diakonieverein Berlin-Zehlendorf e. V. beteiligt. Die Immanuel Diakonie GmbH gehört zur Immanuel Diakonie Group, welche insgesamt aus 11 Gesellschaften an 50 Standorten in Berlin, Brandenburg, Thüringen und Österreich besteht.

 

 

Kontakt:

Diakonie-Hospiz Wannsee 030-80505-702, Königstr. 62 b, 14109 Berlin (Wannsee)www.diakonie-hospiz-wannsee.de   

 

 

 

 

IMMANUEL DIAKONIE GROUP

 

Dr. Carsten Kolbe-Weber

Immanuel Diakonie Group

Am kleinen Wannsee 5 / Haus 6

14109 Berlin

Tel.: 030/80505-842, Fax: 030/80505-157, Mobil: 0162/1 07 67 39, c.kolbe-weber@immanuel.de

 



Dies ist eine Pressemitteilung des Mitglieds Immanuel Krankenhaus Berlin (Standort Berlin-Wannsee) vom 29.01.2008
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Tel.: 030/82097-302

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