Die 111-jährige Frieda Borchert lebte zuletzt in einem Altenhilfezentrum der Heilsarmee in Berlin
Frieda Borchert, die älteste deutsche Bürgerin, ist am 22. Juni im Alter von 111 Jahren in Berlin verstorben. Sie wurde am 5. Januar 1897 als Frieda Sperling in Guscht / Kreis Friedeberg (Pommern) geboren. In diesem Jahr wurde in Koblenz das Kaiser-Wilhelm-Denkmal eingeweiht, in Amerika war der Klondike-Goldrausch ausgebrochen, und Rudolf Diesel erfand den nach ihm benannten Motor. Zudem war es das Todesjahr von Johannes Brahms und Sebastian Kneipp.
Frieda Sperling wuchs in Landsberg an der Warte auf. Sie war das einzige Mädchen unter sechs Geschwistern und musste auf dem Hof ihrer Eltern mitarbeiten. Nach ihrer Heirat zog sie mit ihrem Mann nach Berlin und bekam hier ihren Sohn. Nach dem Tod ihres Mannes - er starb an einen Herzinfarkt - kehrte sie mit ihrem Sohn in ihr Elternhaus zurück. Sie wurde von dort vertrieben und ging nach Berlin zurück, wo sie als Zimmermädchen arbeite.
Frieda Borchert überlebte zwei Ehemänner und ihre zwei Kinder. Erst im Alter von fast 100 Jahren entschied sie sich, in ein Altersheim zu ziehen, und zwar in das „Haus Sonnenschein“ der Heilsarmee in der Johanniterstraße in Berlin Kreuzberg. Später zog sie in das „Evangeline-Booth-Haus“ um.
Bis ins hohe Alter war Frau Borchert noch geistig rege. Seit Oktober 2007 galt sie als älteste Deutsche. Ihr genauer Wohnort wurde auf ihren eigenen Wunsch Zeit ihres Lebens nicht bekannt gegeben.
Das frühere „Haus Abendsonne“ der Heilsarmee wurde im Jahre 1951 eröffnet. Als die Räumlichkeiten nicht mehr den Anforderungen an ein modernes Altenhilfezentrum genügten, begann man im Jahre 1999 mit einem Neubau auf dem heilsarmeeeigenen Gelände. Dieses „Evangeline-Booth-Haus“ wurde benannt nach der Tochter des Gründers der Heilsarmee, William Booth; sie war von 1934 bis 1939 Generalin (weltweite Leiterin) der Heilsarmee.
Die Einrichtung (siehe auch www.heilsarmee.de/Evangeline-Booth-Haus) liegt in einem besonders reizvollen Teil des Bezirks Zehlendorf idyllisch am Waldsee inmitten einer denkmalgeschützten Parkanlage. Sie bietet Platz für 51 Senioren, darunter Schwerstpflegefälle, Demenzkranke und Patienten im Wachkoma. Das christlich geführte Haus bietet u. a. Gottesdienste, Andachten und seelsorgerliche Gespräche an. Über das Kreuz im Aufenthaltsraum wird ein weißes Tuch gehängt, wenn ein Heimbewohner verstorben ist (bei der Heilsarmee ist weiß die Trauerfarbe, als Symbol der ewigen Herrlichkeit Gottes). So ist es auch in diesen Tagen, nach dem Tode Frieda Borcherts, der Fall.
Die Heilsarmee arbeitet in 115 Ländern der Welt. Weltweit zählen ca. 3 Millionen Personen zur Heilsarmee, darunter u. a. 1082166 Heilssoldaten, 25974 Offiziere und 190215 Angehörige. Die Heilsarmee leistet weltweit eine umfangreiche geistliche und soziale Arbeit in zahlreichen Gemeinden und Sozialzentren. In Deutschland gibt es 45 Korps und 42 soziale Einrichtungen.
Die Heilsarmee, Nationales Hauptquartier, Salierring 23-27, 50677 Köln, Tel. 0221 - 2 08 19-0 E-Mail:PR@heilsarmee.de Webseiten: www.heilsarmee.de und www.salvationarmy.org
Verband Evangelischer Krankenhäuser und stationärer Pflegeeinrichtungen in Berlin-Brandenburg Paulsenstr. 55/56 12163 Berlin Tel.: 030/82097-302
URL: http://www.vekp.de/Navigation/Pflegeeinrichtungen/Einrichtungen/evangeline-booth-haus/PM%20080626_02